Werkstatt für behinderte Menschen beauftragen

Unternehmen, die Aufträge an anerkannte Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) oder Blindenwerkstätten vergeben, können 50 Prozent der Arbeitsleistung von der zu zahlenden Ausgleichsabgabe abziehen. Einkaufen können Firmen nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen, die von einer WfbM ausgeführt werden. Durch diese Regelung (§ 223 SGB IX) haben beschäftigungspflichtige Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen einen Anreiz, Aufträge an WfbM zu vergeben!

Wie hoch der Anteil für die Arbeitsleistung der schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, hängt von der Höhe der Materialkosten ab und davon, wie viele nicht behinderte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Arbeitsergebnis beitragen. Dieser Beitrag ist für jede Werkstatt anders und wird nach einem Schlüssel ermittelt, der in den meisten Bundesländern zwischen Integrations-/Inklusionsämtern und Werkstätten abgestimmt wurde. Die WfbM weist den Betrag für die Arbeitsleistung auf der Werkstattrechnung gesondert aus.

Konkret anrechenbar sind:

  • Aufträge, die im jeweiligen Anzeigejahr von der Werkstatt ausgeführt wurden und spätestens bis 31. März des Folgejahres bezahlt wurden.
  • Aufträge, die vom beschäftigungspflichtigen Unternehmen direkt an die Werkstätten erteilt und bezahlt wurden. Eine Weiterreichung an Dritte ist nicht zulässig.

Tipp: Falls Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen mehrere Aufträge im Anzeigejahr an eine Werkstatt vergeben haben, können sie um eine Jahresrechnung bitten. Einige Werkstätten tun dies schon automatisch!

Übrigens: Schwerbehinderte Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten und als Maßnahme zur Förderung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt in einem Unternehmen beschäftigt werden, können für diese Zeit auf einen Pflichtarbeitsplatz angerechnet werden.