Beispielrechnung

Ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen muss sechs Pflichtarbeitsplätze mit schwerbehinderten oder anrechenbaren Menschen besetzen, um die Beschäftigungspflicht von fünf Prozent zu erfüllen. 

Beispielrechnung mit einem mittelständischen Unternehmen, das einen weiteren schwerbehinderten Mitarbeiter beschäftigt oder einen schwerbehinderten Auszubildenden

In dieser Beispielrechnung beschäftigt das Unternehmen zwei schwerbehinderte Menschen in Vollzeit. Vier Pflichtarbeitsplätze bleiben unbesetzt. Damit hat es eine jährliche Beschäftigungsquote von 1,66 %. Da die Beschäftigungsquote zwischen 0 % und 2 % liegt , muss die Firma pro Monat 320 EUR pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen.

Die Ausgleichsabgabe wird so berechnet:

320 EUR x 12 Monate x 4 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze
= 15.360 EUR Ausgleichsabgabe im Jahr

Nach der Neuanstellung eines weiteren schwerbehinderten Mitarbeiters oder einer schwerbehinderten Mitarbeiterin hat das Unternehmen 121 Arbeitsplätze und eine Beschäftigungsquote von 2,47 %. Bei einer Beschäftigungsquote zwischen 2 % und 3 % muss die Firma pro Monat 220 EUR pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen. Die Berechnung der unbesetzten Pflichtarbeitsplatzzahl ist dabei etwas komplizierter, da 3,05 Pflichtarbeitsplätze zu besetzen wären. Diese werden mit 12 Monaten multipliziert und dann gerundet: 3,05 Pflichtarbeitsplätze x 12 Monate = 36,6 Pflichtarbeitsplätze im Jahr. Diese werden auf 37 Pflichtarbeitsplätze aufgerundet.

Die Ausgleichsabgabe wird also so berechnet:

220 EUR x 37 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze pro Jahr
= 8.140 EUR Ausgleichsabgabe im Jahr

Es werden 7.220 EUR Ausgleichsabgabe gespart.

Schwerbehinderte Auszubildende unterliegen einer Sonderregelung. Sie zählen bei der Berechnung der Ausgleichsabgabe nicht als zusätzliche Arbeitsplätze und werden gleichzeitig doppelt angerechnet!

Nach der Neuanstellung einer/eines weiteren schwerbehinderten oder anrechenbaren Auszubildenden werden zur Berechnung der Ausgleichsabgabe weiterhin 120 Arbeitsplätze zugrunde gelegt. Aufgrund der besonderen Anrechenbarkeit von Auszubildenden werden nun 4 Pflichtarbeitsplätze besetzt (2 bisher + (1 Auszubildender x doppelte Anrechnung)). Die Beschäftigungsquote liegt dadurch bei 3,33 %. Bei einer Beschäftigungsquote zwischen 3 % und 5 % muss die Firma pro Monat 125 EUR pro unbesetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen.

Die Ausgleichsabgabe wird also so berechnet:

125 EUR x 12 Monate x 2 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze
= 3.000 EUR Ausgleichsabgabe im Jahr

Es werden 12.360 EUR Ausgleichsabgabe gespart.

Wenn das Unternehmen fünf weitere schwerbehinderte oder andere anrechenbare Menschen einstellt, hat das Unternehmen insgesamt 125 Arbeitsplätze mit sieben schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

Damit steigt die Beschäftigungsquote auf 5,6 %, und es ist keine Ausgleichsabgabe mehr zu zahlen.

Wenn die Firma nur zwei weitere schwerbehinderte oder gleichgestellte Auszubildende anstellt, werden der Berechnung weiterhin nur 120 Arbeitsplätze zugrunde gelegt mit sechs anrechenbaren schwerbehinderten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern. Die Auszubildenden werden nicht zur Arbeitsplatzanzahl addiert, können dafür aber doppelt angerechnet werden. Zwei Auszubildende zählen also für die Ausgleichsabgabe genauso viel wie vier schwerbehinderte Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen. Die Beschäftigungsquote liegt in diesem Fall bei exakt 5 %, und es ist keine Ausgleichsabgabe zu zahlen.

Eigene Berechnungen